Das Phantasialand in Brühl zählt zu den ältesten Freizeitparks in Europa. Grund genug, dorthin einmal einen Abstecher zu machen und die unzähligen Attraktionen und Shows zu begutachten.
Eintrittspreise
In der Sommersaison kostet der Eintritt für Erwachsene 31 Euro (Stand 2008). Es gibt Vergünstigungen und Gruppentarife, die genauen Preise lassen sich unter www.phantasialand.de abrufen.
Die Parkplatzgebühren betragen für einen normalen Pkw 3,- Euro.
Attraktionen
Das Phantasialand hat in den letzten Monaten, insbesondere im Sommer 2008, einiges für TV-Werbung ausgegeben. Hervorgehoben wird dabei insbesondere der Free-Fall-Tower (“Mystery Castle”), das Fahrgeschäft “Talocan”, die Achterbahn “Black Mamba” und die Achterbahn “Colorado Adventure”.
Mystery Castle
Der Tower mit freiem Fall ist insgesamt 65m hoch. Man betritt das Gebäude über eine Brücke, gelangt zunächst in eine Bibliothek. Gelegentlich verstecken sich hier Schauspieler hinter der Tür und erschrecken die Gäste. Abgerundet wird das Bild von einer alten Büchersammlung durch künstliche Ratten, die ab und zu quiecken. Die Animation der Augen (Leuchtdioden) wirkt allerdings eher primitiv.
Nach diesem Raum gelangt man in einen weiteren Warteraum, in dem in regelmäßigen Abständen ein bei längerer Wartezeit schon nerviges Tonband abgespielt wird. Meinen Respekt an die Mitarbeiter dort: ich könnte das nicht so lange aushalten.
Nach noch einem weiteren Warteraum gelangt man endlich zum eigentlichen Fahrgeschäft. Dieses besteht aus mehreren Sitzreihen, die mit Blick in die Raummitte ausgerichtet sind. Das Interessante am Mystery Tower ist, dass die einzelnen Sitzreihen nicht wie bei einem Kirmes-Fahrgeschäft auf einer Plattform angeordnet sind, sondern sich unabhängig voneinander bewegen.
Man wird nun relativ schnell durch den dunklen Turm nach oben geschossen und von dort fällt man auch wieder relativ schnell herunter.
Die reine Fahrzeit ist sehr kurz.
Fazit
Der “Mystery Tower” ist ein interessantes Fahrgeschäft, das aber auch familientauglich ist: so richtiges Unwohlsein oder Kribbeln im Magen kam bei mir während/nach der Fahrt nicht auf. Da habe ich auf der Kirmes schon Schlimmeres erlebt.
Black Mamba

Auffällig bei der “Black Mamba” ist der liebevoll gestaltete Wartebereich: hier kommt tatsächlich so etwas wie Afrika-Feeling auf. Die entsprechenden Tiergeräusche kommen natürlich vom Band. Aber durch Details wie etwa, dass nur Mitarbeiter mit schwarzer Hauptfarbe an diesem Fahrgeschäft arbeiten oder die verzierten Wartehäuschen, wird diese Attraktion schon zu einem Highlight.
Die Achterbahnfahrt ist ziemlich ransant. Das meiste Geschreie, das im Park zu hören ist, kommt entweder von der “Black Mamba” oder von der “Colorado Adventure”.
Auch dieses Fahrgeschäft ist sehr familienfreundlich: auch wenn der Looping und die Windungen der Bahn zunächst gefährlich aussehen – schlecht wird einem auch hiervon nicht.
Adrenalin-Junkies werden wohl nicht auf ihre Kosten kommen.
Talocan
Das Talocan-Fahrgeschäft ist eine Abwandlung des von der Kirmes bekannt “Top-Spin”-Fahrgeschäfts: zwei Sitzreihen werden durch Schwenkarme hoch in die Luft befördert und überschlagen sich dort mehrmals. Begleitet wird dieses durch eine sehenswerte Gestaltung des Aussenbereiches: Feuer und Wasser wechseln sich hier ab. So etwas wird einem auf der Kirmes nicht geboten.
Die Fahrt im Fahrgeschäft ist allerdings wieder etwas abgebremst. Was von außen imposant wirkt, ist auf der Kirmes viel “kribbeliger” und rasanter.
Colorado Adventure
Die Achterbahn Colorado Adventure hat mich am meisten überrascht: Zunächst wirkt alles recht primitiv, alt und langweilig (zumindest im Wartebereich). Die Achterbahn fängt auch sehr langsam an – doch plötzlich dann stockt einem wirklich der Atem. Es geht durch Windungen, Zelte, Berge…. rasante Kurven, komplett dunkle Bereiche und Schräglagen, bei denen man sich wundert, dass die Bahn überhaupt noch auf den Gleisen bleibt. Prädikat: Empfehlenswert!
Weitere Attraktionen in der Kurzbewertung
- Wildwash Creek (Wildwasserbahn): Empfehlenswert, Sie werden naß!
- Stonewash Creek (Wildwasserbahn): eher etwas für vorsichtige Besucher
- Geister-Rikscha: mies – kann man getrost auslassen
- River Quest (Wildwasserbahn): mittelmäßig, sehr kurze Fahrt, man wird sehr naß
- Feng Ju Palace (Wahrnehmungstäuschung): langweiliger Film vorweg, aber der zweite Teil ist interessant (mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten)
- Atlantis (Flugsimulator): Nette Projektion, aber enttäuschendes Ambiente (lächerlicher Einweisungsfilm, lange Wartezeit im Fahrgeschäft, ohne dass etwas passiert. Leiernde Musik, die am Ende plötzlich abbricht. Zeitverschwendung.
- Temple of the night hawks (Dunkel-Achterbahn): Wer mit den anderen Achterbahnen bereits gefahren ist, der wird diese langweilig finden. Vielleicht eher etwas für Achterbahn-Muffel, die langsam an die Materie herangeführt werden müssen
- Casa Magnetica: Kurzweilige Show und interessante Architektur! Empfehlenswert.
Neben diesen Attraktionen gibt es noch weitere kleinere für Kinder.
Bauwerke/Gestaltung
Das Phantasialand ist in verschiedene Themenbereich aufgeteilt, die allesamt mit der Liebe zum Detail ausgestaltet werden. Es ist schon erstaunlich, was alles auf einer relativ kleinen Fläche untergebracht werden kann. Hervorzuheben ist der Bereich “Alt-Berlin”, in dem ein Teil Berlins nachgebaut wurde.
Empfehlenswert ist hier die Waffelbäckerei, wobei die Waffelmaschinen auch mal wieder mit einem Kärcher gereinigt werden könnte… ![]()
Die Waffel sind aber echt lecker, wenn sie frisch sind. Bei meinem letzten Besuch habe ich wohl eine etwas ältere erwischt, die pappig schmeckte.
Shows
Das Phantasialand zeigt neben den Attraktionen auch diverse Shows. Sehenswert ist auf jeden Fall die Show Arachnomé im “Wintergarten”.
Fazit
Das Phantasialand ist ein Park für die ganze Familie, aber nicht unbedingt für Adrenalin-Junkies und Fahrgeschäft-Süchtige: den “Thrill” sucht man hier vergeblich. Aber das entspricht auch nicht der Ausrichtung des Parks. Die Familie soll sich wohlfühlen und das wird der Phantasialand-Crew sicherlich gelingen.
Bildmaterial: Phantasialand (Black Mamba, Talocan, Mystery Castle), Wikipedia (Colorado Adventure)
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